
Fischer mit Nymphe
Diese eindrucksvolle Figurengruppe zeigt einen Fischer im dramatischen Ringen mit einer Nymphe - ein Motiv, das um 1900 besonders beliebt war. Die doppelte Natur, sinnlich und gefährlich zugleich, entsprach dem Zeitgeist der Jahrhunderwende.
Die Komposition ist spannungsvoll verschränkt: Der Körper des Fischers baut sich kraftvoll aus dem Felsensockel auf, während sich die Nymphe in fliessender Gegenbewegung um ihn windet.
Die präzise Modellierung des Körpers, das fein ausgearbeitete Netz und die plastisch gestaltete Felsenbasis verleihen der Figur eine aussergewöhnliche Lebendigkeit.
Die Darstellung der Nymphe als halb Frau, halb Wasserwesen hat ihren Ursprung in nordischen Legenden. Ähnlich den Sirenen der griechischen Mythologie verkörpert sie Verführung und die unberechenbare Macht der Natur.
Friedrich Hüllweck(1870–1945) war ein bedeutender Bildhauer des deutsch-schlesischen Raumes. Als Professor und Direktor der Holzschnitzschule in Bad Warmbrunn (heute Cieplice Śląskie-Zdrój, Polen) verband er handwerkliche Präzision mit dekorativer Eleganz im Übergang vom Späthistorismus zum Jugendstil.





